Einbrecher abschrecken: Eine Immobilie aus der Sicht der Täter

Posted on August 10, 2015

Viele Mieter und Immobilienbesitzer halten ihr Gebäude mit abgeschlossenen Türen und heruntergelassenen Fensterläden für sicher. Das ist ein folgenschwerer Irrtum, der oft erst im Ernstfall erkannt wird. Denn erst nach dem Einbruch machen sich viele Einbruchsopfer Gedanken über einen ausreichenden Einbruchschutz. Weitverbreiteter Irrglaube: Eine kleine Überwachungsanlage vor der Wohnungstür reicht aus. Die Realität sieht leider anders aus, denn die Täter kommen selten durch die Vordertür. Terrassentüren oder Fenster ohne Sicherheitstechnik und mechanische Sicherungsmaßnahmen lassen sich schon mit einem Schraubenzieher mühelos in Sekundenschnelle aufsperren. Ob die Täter zuschlagen, hängt insbesondere davon ab, wie sich ihnen das Gebäude präsentiert. Wenig gesicherte Häuser mit guten Deckungs- und Fluchtmöglichkeiten wirken wie auf sie wie eine Einladung. Mieter und Immobilienbesitzer sollten sich daher stets in die Sicht eines Täters hineinversetzen. Das ermöglicht es, einbruchgefährdete Bereiche zu erkennen und Einbrecher mit den passenden Schutzmaßnahmen abzuschrecken.

Einbrecher wägen Chancen und Risiken ab

Vor dem Einbruch schätzen Einbrecher ab, ob sich der Einstieg in die Immobilie lohnt. Ein leichter Einstieg ist hierbei oft viel entscheidender als die zu erwartende Beute. Einzeltäter begutachten eine Immobilie zumeist mehrere Tage lang und planen den Einbruchsversuch sorgfältig. Organisierte Einbrecherbanden hingegen gehen zumeist wesentlich rabiater vor. Die Täter fahren durch Wohngebiete und entscheiden unmittelbar, ob sich der Beutezug lohnt. Wird ein Erfolg versprechendes Gebäude entdeckt, schlagen die Täter schnell und rigoros zu. Besonders der Gesamteindruck lässt die Immobilie dabei zum Einbruchsziel werden.

Einbrecher abschrecken: Die einfachen und sicheren Einstiegspunkte finden

Die Täter nehmen so gut wie immer den einfachsten Weg, um in ein Gebäude einzudringen. Klassisches Beispiel: Gekippte Fenster und Türen. Schon mit sehr geringem Aufwand lassen sich diese öffnen. Aber auch Fenster in verschlossenem Zustand sind Ziel der Täter. Zum Garten liegende Fenster auf der Hausrückseite sind besonders gefährdet. Hier können Täter sogar häufig unbemerkt in ein oberes Stockwerk gelangen. Neben lohnenswerten Einstiegsmöglichkeiten überprüfen die Täter ebenso den Weg bis zur Einstiegsstelle und wie sie wieder entkommen können. Dabei liegen beispielsweise gute Deckungs- und Fluchtmöglichkeiten wie große Bäume oder kleine Nebenstraßen in der Umgebung im Fokus. Besonders einbruchsgefährdet sind Ein- oder Mehrfamilienhäuser in Randlagen. Hier gibt es nur wenige wachsame Nachbarn und zumeist ideale Fluchtmöglichkeiten.

Einbrecher schlagen bei Abwesenheit zu

Befinden sich die Hausbesitzer im Urlaub, ist das Gebäude häufig über mehrere Wochen unbewohnt. Genau dann schlagen Einbrecher besonders gerne zu. Wenn niemand zu Hause ist, bleibt der Einstieg schließlich unbemerkt und der Täter ungestört. Deshalb sind Indizien, die auf eine Abwesenheit der Bewohner hindeuten, ein eindeutiges Einbruchskriterium. Hierzu zählt beispielsweise der Inhalt des Briefkastens. Sehr viele Briefe oder ungelesene Tageszeitungen lassen auf eine längere Abwesenheit schließen. Bleibt über mehre Abende das Licht aus, zeigt dies ebenfalls, dass niemand zu Hause ist. Vor der Fahrt in den Urlaub sollte das Haus dementsprechend so hinterlassen werden, als wäre es bewohnt. Dadurch lassen sich effektiv Einbrecher abschrecken. Noch aufgeklappte Tische und Stühle auf der Terrasse oder dem Balkon erwecken beispielsweise den Eindruck, als wären die Bewohner nur kurzzeitig fort. Licht in den Zimmern lässt sich mittels Zeitschaltuhren automatisch an- und ausschalten.

Einbrecher begutachten das gesamte Grundstück

Nicht nur das Gebäude, sondern auch das umgebende Grundstück mustern Einbrecher. Auch hier gilt: Sieht es so aus, als seien die Bewohner im Urlaub, steigt das Einbruchsrisiko. Wurde beispielsweise der Rasen lange nicht gemäht, werden Einbrecher neugierig. Ein sehr wichtiges Einbruchskriterium ist ein guter Sichtschutz. Eine Hecke, große Büsche oder ein Geräteschuppen bieten sich zum Anschleichen an das Gebäude an. Eine Außenbeleuchtung, die nicht auf Bewegung reagiert, ermöglicht zusätzlich einen Einbruch in völliger Dunkelheit. Kletterhilfen, wie die Regentonne oder eine vor dem Haus stehende Leiter, verhelfen außerdem zu einem schnellen Einstieg in höheren Etagen.

Mit professionellen Alarmanlagen Einbrecher abschrecken

Bei allen guten Einstiegs-, Flucht- und Deckungsmöglichkeiten – Einbrecher lassen sich durch nichts effektiver abschrecken als durch professionelle Sicherheitstechnik. Eine oder mehrere Überwachungskameras sind gut erkennbare Zeichen für einen guten Einbruchschutz. Ein Täter überlegt es sich dementsprechend zweimal, ob er den Einbruch riskiert oder es lieber bei einem anderen Haus versucht. Geht er das Risiko dennoch ein, sind Alarmanlagen das effektivste Mittel, um für einen Abbruch des Einbruchsversuchs zu sorgen. Alarmanlagen sind nämlich weitgehend unsichtbar. Geht der Alarm los, ist die Abschreckungswirkung groß, da der Einbrecher jederzeit entdeckt werden könnte. Auch wenn der Täter das Gerät entdeckt, hat er schlechte Karten. Moderne Alarmanlagen verfügen in der Regel über einen Sabotageschutz. Wird eine Sirene beschädigt oder manipuliert, wird automatisch eine weitere aktiviert und schlägt Alarm. Moderne Funkalarmanlagen verfügen zudem über die Möglichkeit, mehrere Netzwerkkameras zu integrieren. So können die Hausbesitzer auch im Urlaub jederzeit überprüfen, wie es zu Hause aussieht. Bei untypischen Bewegungen schlagen die Bewegungsmelder der Kameras Alarm und Besitzer werden direkt über eine Push-Nachricht informiert. Diese modernen Anlagen sorgen also nicht nur für effektiven Einbruchschutz, sondern auch für ein sicheres Gefühl und die damit verbundene Entspannung im Urlaub.