Ajax im Härtetest: IK-Schutzarten und mechanische Widerstandsfähigkeit

Eine Alarmanlage muss nicht nur zuverlässig erkennen, sondern auch gegen äußere Einwirkungen widerstandsfähig sein. Im Ajax PRO Video „Ajax Lab durability challenge“ werden verschiedene Ajax Geräte auf ihre mechanische Belastbarkeit geprüft. Dabei geht es um die IK-Schutzarten nach IEC 62262, die Unterschiede zwischen normierten Laborprüfungen und praxisnahen Experimenten sowie die Frage, ob Sicherheitsgeräte auch nach starken Schlägen weiterhin funktionieren. Die Tests zeigen anschaulich, warum die Gehäusestabilität bei der Planung einer professionellen Sicherheitslösung eine wichtige Rolle spielt.
Was bedeutet die IK-Schutzart?
Die IEC 62262 beschreibt die Schutzarten von Gehäusen gegen mechanische Einwirkungen. Die Einstufung erfolgt auf einer Skala von IK00 bis IK10. Je höher die Kennzahl, desto größer ist die Schlagenergie, der ein Gehäuse unter definierten Prüfbedingungen standhalten muss.
Die Prüfenergie wird in Joule angegeben. Für ihre Berechnung spielen unter anderem die Masse des Schlagkörpers und die Fallhöhe eine Rolle. In einem offiziellen Labor werden die Tests mit standardisierten Prüfgeräten durchgeführt. Dazu gehören je nach erforderlicher Schutzstufe Federhämmer, Pendelhämmer oder Vorrichtungen für vertikale Fallprüfungen.
Bei der anschließenden Bewertung wird nicht ausschließlich auf die äußere Optik geachtet. Kratzer, Schrammen oder kleinere Dellen müssen nicht automatisch bedeuten, dass ein Gerät die Prüfung nicht bestanden hat. Entscheidend ist, ob die sicherheitsrelevanten Funktionen, die internen Komponenten und der vorgesehene Schutz des Gehäuses erhalten bleiben.
IK und IP beschreiben unterschiedliche Eigenschaften
- IK-Schutzart: Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Schläge
- IP-Schutzart: Schutz gegen das Eindringen von Staub, Fremdkörpern und Wasser
- EN 50131: Anforderungen an Komponenten und Systeme der Einbruchmeldetechnik
Für die Auswahl eines Geräts sollten diese Angaben immer gemeinsam mit den Bedingungen am Montageort betrachtet werden. Ein Außengerät benötigt beispielsweise andere Eigenschaften als ein Sensor in einem geschützten Innenraum.
Ajax vergleicht Labortests mit realen Belastungen
Im Ajax Lab wurden die standardisierten Prüfbedingungen durch zusätzliche Belastungsexperimente ergänzt. Die Geräte wurden fest montiert und anschließend mit unterschiedlichen Gegenständen an verschiedenen Stellen getroffen. Zum Einsatz kamen unter anderem eine Batterie, eine Zündkerze, ein Mobiltelefon, ein Fleischhammer, ein Glasbehälter mit Murmeln, ein Backstein und ein Vorschlaghammer.
Diese Versuche stellen keine offizielle Zertifizierung dar. Sie dienen vielmehr dazu, die normierten Prüfungen anschaulich zu erklären und die Widerstandsfähigkeit der Produkte unter weniger kontrollierten Bedingungen zu demonstrieren. Während eine Laborprüfung reproduzierbare Ergebnisse ermöglichen muss, zeigen reale Experimente eher, welche unvorhersehbaren Belastungen im Alltag oder bei einem Manipulationsversuch auftreten können.
Nach den Schlägen wurde überprüft, ob die Geräte weiterhin ordnungsgemäß arbeiteten. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Kommunikation mit der Zentrale, die Funktion der Melder und bei der Kamera zusätzlich optische sowie bewegliche Komponenten.
Wichtig: Ein Belastungstest aus einem Produktvideo ersetzt keine fachgerechte Prüfung vor Ort. Die tatsächliche Widerstandsfähigkeit eines installierten Geräts hängt auch von Befestigung, Untergrund, Montageposition und der korrekten Einrichtung des Gesamtsystems ab.
Welche Ajax Geräte wurden geprüft?
Im Video werden mehrere Ajax Produkte mit unterschiedlichen Schutzklassen vorgestellt. Der MotionProtect Plus G3 Jeweller ist mit IK02 angegeben, der DoorProtect Plus Jeweller mit IK04. Die HomeSiren Jeweller verfügt über IK06. Für das KeyPad Outdoor Jeweller wird IK08 genannt. Zusätzlich besitzt dieses Bedienteil die Schutzart IP66 und ist damit auch für anspruchsvollere Umgebungsbedingungen ausgelegt.
Die höchste im Test gezeigte Einstufung erreicht die TurretCam HLVF mit IK10. Die Kamera wurde nicht nur mit den für die Schutzklasse relevanten Belastungen konfrontiert, sondern im Video auch einer besonders starken Einwirkung von 50 Joule ausgesetzt. Nach Darstellung von Ajax blieb die Kamera anschließend funktionsfähig.
Auch bei den anderen Geräten war das Ergebnis nicht allein anhand sichtbarer Gehäusespuren zu beurteilen. Entscheidend war, ob die Komponenten weiterhin ihre sicherheitsrelevanten Aufgaben erfüllten. Die Tests veranschaulichen dadurch einen wichtigen Grundsatz: Ein Gehäuse kann äußerlich beschädigt sein, während die Schutz- und Kommunikationsfunktionen weiterhin erhalten bleiben.
Unterschiedliche Geräte, unterschiedliche Anforderungen
Bewegungsmelder, Türkontakte, Sirenen, Bedienteile und Kameras werden an unterschiedlichen Stellen montiert und sind verschiedenen Risiken ausgesetzt. Deshalb ist es sinnvoll, die Schutzklasse immer im Zusammenhang mit dem Einsatzbereich zu betrachten. Ein frei zugängliches Bedienteil an einem Gebäudeeingang kann beispielsweise höheren mechanischen Belastungen ausgesetzt sein als ein Melder innerhalb eines geschützten Technikraums.
Robuste Ajax Systeme für Berliner Objekte planen
Eine hohe IK-Schutzart ist ein wichtiger Bestandteil der Produktauswahl, aber kein Ersatz für eine professionelle Projektierung. Bei der Planung müssen auch die Zugänglichkeit der Geräte, mögliche Manipulationsrisiken, die Überwachung der Komponenten und die Leitungs- beziehungsweise Funkverbindung berücksichtigt werden.
Ajax Systeme bieten ein breites Portfolio für Einbruchschutz und Sicherheitsüberwachung. Je nach Objekt können Bewegungsmelder, Öffnungskontakte, Sirenen, Bedienteile und Kameras zu einer abgestimmten Lösung kombiniert werden. Passende Komponenten finden Fachbetriebe und Betreiber im Bereich Ajax Systems Funkalarmsystem.
Die GRAEF Gruppe unterstützt bei der Auswahl geeigneter Sicherheitstechnik und bei der Umsetzung objektbezogener Konzepte. Für die Planung einer passenden Einbruchmeldeanlage werden bauliche Voraussetzungen, Nutzung, Schutzziele und technische Anforderungen gemeinsam betrachtet.
Wenn Kameras zur visuellen Verifikation oder zur zusätzlichen Überwachung eingesetzt werden, sollten auch deren Montagehöhe, Blickrichtung, Schutzklasse und Netzwerkverbindung berücksichtigt werden. Ajax deckt dabei ebenfalls Bereiche der modernen Videoüberwachung ab. Die GRAEF Gruppe bietet Beratung und Planung für professionelle Videoüberwachung an.
Fazit: Mechanische Stabilität schafft zusätzliche Sicherheit
Der Ajax Lab Durability Challenge zeigt verständlich, wie IK-Schutzarten funktionieren und welche Rolle mechanische Widerstandsfähigkeit bei Sicherheitstechnik spielt. Die Kombination aus normierten Prüfungen und realitätsnahen Belastungstests macht deutlich, dass Ajax Geräte auch unter starken Einwirkungen ihre wesentlichen Funktionen behalten können. Für einen zuverlässigen Einbruchschutz bleibt jedoch das Gesamtkonzept entscheidend: passende Produkte, korrekte Montage, sichere Kommunikation und eine fachgerechte Planung müssen zusammenwirken.
Weitere interessante Artikel
Passende Lösungen für Alarmanlagen und Sicherheitstechnik
IK10 ist die höchste reguläre Schutzart der Norm IEC 62262. Sie beschreibt eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit eines Gehäuses gegen definierte mechanische Schlageinwirkungen.
Gezeigt wurden unter anderem MotionProtect Plus G3 Jeweller, DoorProtect Plus Jeweller, HomeSiren Jeweller, KeyPad Outdoor Jeweller und TurretCam HLVF.
Nein. Die Bedeutung hängt vom Montageort und vom individuellen Gefährdungsbild ab. Besonders relevant ist sie bei frei zugänglichen Geräten oder Bereichen mit erhöhtem Risiko für Manipulation und Vandalismus.




